Nintendo 64 – Cruis’n USA

Das Thema Rennspiele ist auf dem alt ehrwürdigen Nintendo 64 ein tragisches Thema. So richtig viele gute Rennspiele gab es nie, dafür aber viele mittelmäßig bis schlechte.

Eine Serie der mittelmäßigen Exemplare, sind die Spiele der Cruis’n-Reihe: Cruis’n USA, Cruis’n World und Cruis’n Exotica.
Im folgenden RetBro möchte ich dabei den Fokus auf Cruis’n USA legen und warum es so einen eigenartigen Charme auf mich hat.

cruisn usa

Die gesamte Lebensspanne des Nintendo 64 war von relativ wenigen Spielen geprägt, die zur Verfügung standen (im Vergleich zur PlayStation 1), so dass ich auch einfach Spiele ausprobiert habe, deren Wertungsschnitt nicht so rosig waren. So ein Spiel war damals auch Cruis’n USA. Das Spiel war das dritte Rennspiel, das den Weg in meinen Modulschacht gefunden hat, nachdem es aus dem örtlichen Videospielladen für einen Obolus ausgeliehen wurde.

Der erste technische Eindruck war damals nicht von Jubelstürmen geprägt, aber okay soweit. Grafisch hat das Spiel damals keine Bäume ausgerissen und war den Hype um Project Reality nicht wert, denn es sah schlechter aus als in der Spielhalle (das selbe Spiel mit Killer Instinct).
Viele Grafikelemente bestehen in Cruis’n USA aus einfachen Bitmaps und die Fahrzeuge sind sehr simple Polygonmodelle.
Die Musik hält sich dezent im Hintergrund, hat aber 1-2 Tracks die mich bis heute verfolgen. Sonstige Soundeffekte sind Mangelware – Ab und an hört man mal ein Quietschen der Reifen oder ein Sprachsample, mehr gibt es nicht.

1051864972

Das Spielprinzip ist sehr simpel gehalten: Fahre einfach die Strecke zu Ende. Ihr benötigt auf dem Controller aber nur einen Knopf um Gas zu geben und den Analog Stick zum Steuern. In diesem Spiel ist es nicht nötig zu bremsen! Wenn ihr eine Kurve nicht schaffen solltet, driftet ihr einfach mit Hilfe der unsichtbaren Streckenbegrenzung um die Kurve – Alles gar kein Problem.
Die K.I. ist dabei auch kein Hindernis, denn sie hält sich im Hintergrund auf. Manchmal kann es sein, dass sich ein Fahrzeug an die Spitze verirrt, aber dank des ‘Bleifingers’ habt ihr den Fahrer schnell wieder eingeholt.

Die Strecken sind verschiedenen Orten der USA nachempfunden: Seien es Highways, Chicago, Red Wood Forest oder Iowa. Das Setting der einzelnen Strecken ist sehr nett. Auf manchen Strecken existieren übrigens nette Easter Eggs: Wenn ihr in Iowa in die Cockpitperspektive schaltet, fliegen euch Insekten auf die Windschutzscheibe und hinterlassen Flecken.
Das Design der Strecken hat seinen Namen Design eigentlich nicht verdient – In manchen Orten müsst ihr einfach die ganze Zeit geradeaus fahren ohne dass irgendwelche Hindernisse auf euch zu kommen.

maxresdefault

Das Ziel des Spiels ist es Washington DC als erster zu erreichen, um auf dem Weißen Haus eure Trophäe zu erhalten. Das Ende erreicht ihr in einer knappen halben Stunde. Danach werden härtere Schwierigkeitsgrade freigeschaltet um euch mehr zu fordern (tun sie aber nicht).

Den gesamten Spaß könnt ihr euch auch in einem kompletten Walkthrough von uns zu Gemüte führen und dabei Eindrücke zu dem Spiel sammeln.

Jetzt bleibt die große Frage: Sollte man das Spiel heute noch zocken?
Dazu kann ich nur sagen, dass ohne die emotionale Vorbelastung das Spiel heute keinen mehr vom Hocker reißt oder an die Konsole fesselt.
Aber wenn ihr eine halbe Stunde Zeit habt und einfach mal puren Racing Trash spielen wollt: Warum nicht?