MLB 14 The Show - Durchgezockt!

MLB 14 The Show – Durchgezockt!

„Baseball is better“
Blickt man auf die Wertungen und Awards, die die Serie in ihrer kurzen Geschichte bislang einheimsen konnte, ist es nicht verwunderlich das Sony San Diego mit einem so selbstbewussten Slogan auf sich und ihre neueste Auflage der Sportserie aufmerksam macht.
Ob dieser gerechtfertigt ist, wie der Sprung auf die Next Gen Konsole gelungen ist und ob des Hintergrunds, dass der Sport in unseren Gefilden nicht mehr als ein Nischendasein pflegt, sich der Kauf auch für Baseball-Neulinge lohnt, erfahrt ihr in unserem Durchgezockt.

“Take me out to the Ballgame”
Gleich eines Vorweg. MLB The Show erfindet sich in seinem neunten Jahr nicht neu und setzt sowohl auf als auch auf neben dem Platz auf Altbewährtes. Was aber auch nicht verkehrt ist. Das Gameplay funktioniert wie die Jahre zuvor hervorragend und hat mit etlichen Slidern und diversen Schwierigkeitsgraden nun wirklich für Jeden die passende Einstellung. Während man als Beginner nicht mehr machen muss als den Ballwurf in die gewünschte Richtung zu steuern, bzw. den Schläger im richtigen Moment zu schwingen, werden Timing und Lokalisierung des Balles mit jeder Stufe umfangreicher und fordernder.
Die Modi strotzen vor Vielfältigkeit und Langzeitmotivation. Vom einfachen Freundschaftsspiel über Trainingseinheiten, Home Run Derby, über die Saison bis hin zur Diamond Dynastie, in der man sein selbst kreiertes Team Online bis zur Spitze leitet, wird wirkliches alles geboten. Dazu sind neben den 30 Profi Teams noch die AAA und AA Minor League Teams mit enthalten. Der Content ist riesig.
Einen besonderen Augenmerk richten wir dabei noch auf den Road to the Show Modus, wo man seinen Alter Ego erstellt und auf seiner Lieblingsposition die eigenen Geschicke von den Pre-Draft Games über die Minor-Leagues bis hin zur MLB leitet. Hier haben die Entwickler die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen und das Erfahrungspunktesystem nicht mehr an das Erfüllen von Aufgaben gebunden, jetzt gilt das Motto, je besser man spielt, desto mehr XP darf man auf seine Werte verteilen.
Schade nur, dass der Modus recht trocken präsentiert wird. Hier zeigt NBA 2k14 klar wie man es besser machen kann, mit der eingebauten Story, Rivalitäten und Gesprächen mit Trainern und Teamkameraden.

 

 

Das größte und fast einzige Problem was MLB 14 The Show hat, ist das es sich einfach zu wenig von seinem Vorgänger unterscheidet und bis auf ein-zwei Stellschrauben und die neuesten Roster spielerisch kaum Neues zu bieten hat.
Grafisch sieht es da selbstredend doch ein wenig anders aus. Die Entwickler haben in diesem Bereich viel Arbeit in die PS4 Version gesteckt. Das Gras war noch nie grüner, die Gesichter nie schöner und die Texturen nie schärfer.
Die Grafik ist gut, wenn auch noch nicht High-Class. Dafür sind da doch ein bisschen zu viel Clipping-Fehler, ab und an leichtes Kantenflimmern und haklige Animationen vorhanden, weiter schienen die Entwickler mit den Haaren so ihre Probleme gehabt zu haben. Nur gut, dass die Jungs eh meist eine Kappe auf haben.

 

„World Series Winner: Die Atmosphäre“
Über jeden Zweifel erhaben ist jedoch die Präsentation. Meine Güte steckt da viel Liebe zum Detail mit drin. Das beginnt bei den exakten Stadion-Nachbauten, geht über die TV-würdige Berichterstattung bis hin zu unzähligen Kleinigkeiten, die jedem Sportfan das Herz in die Höhe schlagen lassen.
Hervorzuheben sind hier vor allem die Zuschauer, 1.000 unterschiedliche Charaktermodelle!!!, die in jeder Situation nachvollziehbar mitgehen. Da wird nach Foul-Balls gehechtet, da werden gelungene Aktionen frenetisch gefeiert, wiederum wird bei einer offensichtlichen Niederlage das Stadion fluchtartig verlassen , allgemein herrscht genau diese Regsamkeit, die man bei einem echten Spiel gewohnt ist. Und das nicht nur in der ersten Reihe, die einem sofort in den Blick fällt, selbst die Reporter in ihren Glaskabinen sind animiert. Authentizität pur.

 

Fazit:
MLB 14 The Show ist ein großartiges Sportspiel, was jedoch vermutlich seinen größten Kaufgrund im Generationenwechsel hat. Baseballverrückte PS4 Besitzer schlagen ohnehin zu, Interessierte, die im Besitz des Vorgängers/der Vorgänger sind und nicht unbedingt das grafische Update bzw. Futter für ihre PS4 benötigen , können auch ein Jahr aussetzen.
Baseball Neulinge werden wahrscheinlich nicht glücklich werden. Dafür ist das Spiel zu komplex, zu groß, zu… Baseball. Wenn einem die Begriffe nichts sagen, man die Mannschaften nicht kennt, nicht die Stats lesen kann, wird man kaum große Freude daran haben, geschweige denn sich überhaupt in den Modi zurecht finden. Da helfen auch alle Quick Count und Beginner Einstellungen nichts. Vor allem ist das Spiel komplett in Englisch, was jedem Neueinsteiger das Verständnis nochmals erschwert.

Euer Cy Young Award Winner im Dienste der Mariners
NigelOclamus