Die Souls-Reihe – Ein Leidensbericht

Die Souls-Reihe – Ein Leidensbericht

Jeder der sich im Laufe der letzten 12 Monate mit mir über Games unterhalten hat, musste sich auch unfreiwillig etwas über die Souls-Reihe anhören. “In den letzten 12 Monaten”? Mag sich der Eine oder Andere fragen, da Demon’s Souls doch schon seit Januar 2009 japanische Gamer zur Verzweiflung brachte und amerikanische Spieler bereits im Oktober 2009 ebenfalls in den Genuss kamen.

Ja, ich hab echt spät mit der Souls-Serie angefangen, wobei die Aussage so nicht stimmt. Demon’s Souls habe ich mir als US-Import vor dem europäischen Release der Black Phantom Edition gekauft, etwa 10-15 Stunden angespielt und frustriert zur Seite gelegt. Das ich mir wenig später auch die Black Phantom Edition gekauft habe lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen…

Trotz der zu dem Zeitpunkt negativen Erfahrung kam im Oktober 2011 der spirituelle Nachfolger Dark Souls ebenfalls in mein Spieleregal, nur um dasselbe Schicksal wie Demon’s Souls zu teilen: Staubschicht für Staubschicht sammelten die beiden Spiele Monat für Monat auf ihren angestammten Regalplätzen.

Erst mit dem MTV Plauschangriff Demon’s Souls & Dark Souls keimte so langsam wieder Interesse für die Spieleserie auf die mich gebrochen hatte und bei der ich dachte, ich würde sie nie durchspielen. Im Juli 2013 startete dann ein wenig später das Knallhart Durchgenommen: Dark Souls, ebenfalls bei den Jungs von GameOne, welches mir die Lust und den Glauben zurück gab, Dark Souls zu bewältigen.

Warum mir dieser Walkthrough der beiden Pappenheimer von GameOne Hoffnung machte? Ganz einfach! Während einer der beiden das Spiel ganz gut beherrschte, fiel der Andere fast ausschließlich durch unbeholfene Aktionen auf und ich dachte mir wenn diese Person (ich sag jetzt nicht wer von den beiden…) so von der Serie schwärmt und das Game mit so limitierten Fähigkeiten am Pad geschafft hat, dann kann das Ganze echt nicht so schwer sein.

Nach einigen Folgen des Knallhart Durchgenommen griff ich ins Regal, entstaubte die Hülle und stopfte die Disc in meine Playstation 3. Statt meinen bis dahin etwa 20 Stunden gespielten Charakter zu nutzen, erstellte ich einen neuen Charakter und startete eine Reise, die mich wie kein anderes Game der letzten Jahre geprägt hat. Über 140 Stunden später kam die Reise zu einem Ende. Bis dahin bin ich diverse Bildschirmtode gestorben, hab unzählbar viele Seelen gesammelt, alle Bosse nieder gerungen und das Spiel inkl. DLC 4 Mal durchgespielt. Selbst die virtuelle Platintrophäe, die ich sonst eher in den seltensten Fällen krampfhaft haben muss, wollte ich mir bei Dark Souls holen und hab es auch gemacht.

Kurz darauf, dieses Mal ohne Ansporn durch die GameOne Kollegen, lag auch Demon’s Souls im Laufwerk der PS3 und musste sich mir etwa 40 Stunden später geschlagen geben. Das Spiel, das mich 2009 demotiviert hat wie kein anderes Spiel zuvor, war endlich geschlagen und ich fieberte dem Release von Dark Souls 2 regelrecht entgegen.
Hätte man mich zu dem Zeitpunkt gefragt was mein Game of the Year 2013 ist, hätte ich, im Gegensatz zu vielen anderen Freunden, Dark Souls genannt. Dabei war es mir egal, dass das Spiel schon seit 2011 erhältlich war und dass GTA V in diesem Jahr erschienen ist.

Meine Lust war, trotz 2 Souls Spielen in nicht mal einem halben Jahr, noch nicht gestillt und Dark Souls 2 kam da gerade recht. Voller Vorfreunde und Gier nach neuen Bossen, Geheimnissen, Waffen usw. startete ich in das Abenteuer, war bereits nach 35 Stunden und noch vor dem eigentlichen Release des Spiels mit dem ersten Durchlauf fertig. Keine 45 Stunden und 2 Durchläufe später war die Dark Souls 2 Platintrophäe ebenfalls erreicht.
Spätestens mit NG+ machte sich ein Gefühl breit, das mich stutzig machte und mich auch bis heute nicht mehr so richtig los lässt. Irgendwas stört mich an Dark Souls 2. Aber was? Waren 3 Souls-Spiele in dem kurzen Zeitraum zu viel? Oder stimmt was am eigentlichen Spiel nicht?

Tatsächlich stört mich was an Dark Souls 2. Der erste Punkt fällt einem beim ersten Durchgang auf, gerade weil man die beiden Vorgänger dafür so gelobt hat: Das Leveldesign.

Bei Demon’s Souls waren die Level hinter den Keilsteinen allesamt sehr stimmig, da diese meist nur ein Thema abhandelten. Dark Souls 1 war so aufgebaut, dass die Welt glaubwürdig rüber kam, alles ergab Sinn, zum Teil kam es einem so vor als würde man alles was man in der Ferne sieht irgendwann im Verlauf des Spiels erreichen und hat es dann größtenteils auch.

Dark Souls 2 hingegen bastelt Sumpflevel an Lavalevel, fügt Schläuche ein um Level zu verbinden in denen nix relevantes passiert, es liegen dort kaum Items herum und Gegner sucht man auch vergebens. Dem Gameplay schadet das (noch) nicht, aber auch andere Designfehler haben sich eingeschlichen.

Die große Stärke von Dark Souls war schon immer das Kampfsystem. Besonders dann wenn es um Bosskämpfe ging. Leider sind die Bosse in Dark Souls 2 (schlechte) Kopien aus dem Vorgänger, sei es der Old Dragonslayer (auch bekannt als Ornstein), Royal Rat Authority, der dasselbe Moveset besitzt wie Sif oder die Belfry Gargoyels. Dagegen gibt es wenige Bosskämpfe die einen richtig fordern, auf Anhieb würde ich lediglich den Smelter Demon nennen.

Auch dazu zählt der eben genannte Royal Rat Authority, ein Rattenhund mit mehreren kleinen Ratten als Hilfe und da fängt auch schon das nächste Problem an: Der Boss ist der erste Punkt im Spiel, an dem mir der Makel aufgefallen ist und deshalb nenn ich ihn hier auch als Erstes.

Wie ich dieses Vieh hasse!

Wie ich dieses Vieh hasse!

Die Schwierigkeit des Bosses liegt hier nicht am Moveset des Bosses: Es werden kleine Ratten hinzugefügt, die einen mit maximal 2-3 Angriffen vergiften, d.h. durch die Anzahl der kleinen Ratten und den großen Boss wird der Kampf nicht schwer, weil der Boss selber schwer ist, sondern nur unfair durch die kleinen Helfer und auf diesen Punkt ist das Kampfsystem der Souls-Reihe nicht ausgelegt.

Jetzt kam auch noch der Punkt an dem mich das Spiel auch ein wenig verärgert hat: New Game+
In den Vorgängern wurde das Spiel im NG+ schwerer, da die Gegner mehr aushielten, Dark Souls 2 bricht mit dieser Regel, fügt neben Gegnern an vorher unbeseelten Plätzen zusätzlich zu bestehenden Widersachern weitere rote Phantome ein und das, sowohl im normalen Levelabschnitten, als auch in Bossarealen. In meinen Augen eine Art das Spiel zu erschweren, die so nicht zur Souls-Reihe passt.

Es soll jetzt kein falscher Eindruck entstehen: Dark Souls 2 ist trotzdem noch ein sehr gutes Spiel, vielleicht auch weil Alternativen fehlen, aber ich als Souls Junkie möchte dass die Serie wieder einen Schritt in Richtung Demon’s Souls/Dark Souls 1 nimmt und vielleicht wird meine Bitte durch das aktuell im Raum stehende Gerücht rund um Project Beast auch erhört.

Also Sony und From Software: Enttäuscht mich bloß nicht!