Borderlands 2 PS Vita - Angezockt

Borderlands 2 PS Vita – Angezockt

Die PS Vita hat ein hartes Leben. An sich eigentlich ein schönes und wertiges Stück Hardware, wird sie aufgrund sehr schwacher Verkäufen kaum noch mit nennenswerten Spieleentwicklungen bedacht. Umso mehr verwunderte die Ankündigung von Gearbox, ihren Spielehit Borderlands 2 von den großen Konsolen auf den Handheld zu portieren.
Grundsätzlich ist die Idee hinter der Umsetzung gar nicht schlecht. BL2 sollte sich mit seinem spaßigen auf kurze Missionen ausgelegten Spielprinzip eigentlich sehr gut für das portable Gaming eignen. Grundsätzlich… Eigentlich…

Die Realität sieht nach einer knapp zweistündigen Anzocksession leider etwas anders aus.
Die Portierung ist nicht wirklich gelungen. Wir haben eine Steuerung, die Kompromisse eingehen muss, man hat eine Technik, die Kompromisse eingehen muss, man hat das Coop-System, was Kompromisse eingehen muss.

 

Gehen wir erstmal auf das Gameplay ein. Der Vita fehlen 4 Tasten gegenüber seinem Controllerpendant der PS3/360. Um diesen Makel auszugleichen, musste Gearbox mit einigen Eingaben auf die Touchpads ausweichen. Klingt in der Theorie plausibel, ist in der Praxis nur leidlich praktikabel. Es fehlt einem schlichtweg die vernünftige Kontrolle, wenn die Rückseite der Konsole für Nahkampfangriffe und zum Werfen von Granaten genutzt werden soll. Wobei bei letzterem noch erschwerend hinzukommt, das deren Druckpunkt so blöd links oben auf dem Pad liegt, das man unweigerlich allein durch das Halten des Handhelds immer wieder die Eingabe betätigt.

Die Technik hat ebenfalls mit einigen Unzulänglichkeiten zu kämpfen. 30FPS wurden als Ziel ausgegeben, erreicht werden sie nur selten und wenn erstmal viel Action auf dem kleinen Bildschirm dargestellt werden muss, geht die Framerate in die Knie und scheint vor dem Kollabieren zu stehen.
Über was man sich noch aufregen kann ist die viel zu kleine Menüschrift. Geht mal in MS Word, sucht euch eine sehr enge Schriftart aus (Niagara Solid) und stellt die Größe auf 7. Jetzt wisst ihr ungefähr was euch in der Hinsicht in BL2 erwartet.
Das im Verbund mit den Untertitel, die nur in den seltensten Fällen das wiedergeben, was man gerade akustisch hört und der Tatsache, dass uns das Spiel in der kurzen Zeit bereits zweimal abgestürzt ist, ergeben wahrlich kein Ruhmesblatt in der Portierkunst ab.
Wer gerne mit Freunden auf Ungezieferjagd geht, dürfte mit der Umsetzung auch nicht ganz glücklich werden. Der Coop wurde nämlich auch stark reduziert von 4 auf 2 Spielern. Aus technischer Sicht dürfte aber auch nichts anderes möglich gewesen sein.

 

 

Es gibt einiges Negatives über BL2 auf der Vita zu schreiben, was gibt es aber auf der positiven Seite zu sagen?
Das Spiel an sich ist nicht schlecht. Es ist halt Borderlands 2. Man hat dieselbe Story, dieselben Missionen, denselben Content (inklusive DLC´s – lobenswert), wie bei der Veröffentlichung 2012. Das Spiel war damals ausgezeichnet und ist es heute auch noch und wenn es das Spiel nicht schon geben würde, könnte man der Vita Version eine Chance geben.
Jedoch gibt es das Spiel schon seit 2 Jahren und das schlichtweg in Besser.

Uns stellt sich demnach die Frage, wen diese Portierung erreichen soll? PS3/360/PC Spieler können mittlerweile zum gleichen Geld die GOTY Version erwerben und erhalten das Spiel in seiner optimalen Version. Bleiben also nur die Vita-Besitzer ohne oben genannte Konsolen, die BL2 nicht kennen, es aber schon immer mal spielen wollten. Wie groß diese Anzahl ist, kann man nur vermuten, lässt einem aber schon über den Sinn bzw. Unsinn dieser Umsetzung nachdenken.